Tauche ein in das Meer Seiner Barmherzigkeit

Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit

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 APOSTOLISCHES SCHREIBEN VON PAPST FRANZISKUS MISERICORDIA ET MISERA ZUM ABSCHLUSS DES AUSSERORDENTLICHEN HEILIGEN JAHRES DER BARMHERZIGKEIT

Das Heilige Jahr im Überblick und seine Früchte

14-09-2014 Papa Francesco Sacrario Militare RedipugliaJubiläumslogo

Gebet

Herr Jesus Christus,

du hast uns gelehrt, barmherzig zu sein wie der himmlische Vater,

und uns gesagt, wer dich sieht, sieht ihn.

Zeig uns dein Angesicht, und wir werden Heil finden.

Dein liebender Blick

befreite Zachäus und Matthäus aus der Sklaverei des Geldes;

erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon,

das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen;

ließ Petrus nach seinem Verrat weinen

und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu.

Lass uns dein Wort an die Samariterin so hören,

als sei es an uns persönlich gerichtet:

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht!“

Du bist das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Vaters

und offenbarst uns den Gott, der seine Allmacht vor allem

in der Vergebung und in der Barmherzigkeit zeigt.

Mache die Kirche in der Welt zu deinem sichtbaren Antlitz,

dem Angesicht ihres auferstandenen und verherrlichten Herrn.

Du wolltest, dass deine Diener selbst der Schwachheit unterworfen sind,

damit sie Mitleid verspüren mit denen, die in Unwissenheit und Irrtum leben.

Schenke allen, die sich an sie wenden,

die Erfahrung, von Gott erwartet und geliebt zu sein

und bei ihm Vergebung zu finden.

Sende aus deinen Geist und schenke uns allen seine Salbung,

damit das Jubiläum der Barmherzigkeit ein Gnadenjahr des Herrn werde

und deine Kirche mit neuer Begeisterung

den Armen die Frohe Botschaft bringe,

den Gefangenen und Unterdrückten die Freiheit verkünde

und den Blinden die Augen öffne.

So bitten wir dich,

auf die Fürsprache Marias, der Mutter der Barmherzigkeit,

der du mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes

lebst und herrschst in alle Ewigkeit.

Amen.

 © Copyright Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Vatikan). Alle Rechte vorbehalten.
11.04.2015:

„Lasst euch be-barmherzigen“

Viel wichtiger als es der erste Satz der Bulle sagt, kann man Barmherzigkeit gar nicht nehmen: „Jesus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters“. An diesem Samstag hat Papst Franziskus die Bulle – ein formaler päpstlicher Rechtsakt – veröffentlicht und zum Teil verlesen, mit der das Heilige Jahr zum Thema Barmherzigkeit einberufen wird.

Bereits seit dem Beginn seines Pontifikates spricht der Papst davon, Gott werde nie müde zu vergeben, Gott vergebe jedem, Gott vergebe alles, wir würden nur müde, danach zu fragen, hieß es bereits bei der ersten Ansprache zum Angelusgebet, direkt am Sonntag nach der Wahl.

Dienst: Fußwaschung und Segen im Gefängnis am Gründonnerstag

Auch sein Papstmotto unterstreicht das, „Miserando atque eligendo“, frei übersetzt „durch barmherzigen Blick erwählt“. Der Papst hat sogar – noch als Kardinal – ein eigenes Wort dafür erfunden, ganz im Stil des Porteño, der Sprache Buenos Aires: „Miserecordiar“. Es sagt „¡dejáte miserecordiar!“, was man wahrscheinlich als „lasst euch be-barmherzigen“ übersetzen müsste. Akzeptiere die Barmherzigkeit Gottes, akzeptiere, dass du sie brauchst, so sagt der Papst. Und dann kann man auch selber barmherzig sein.

Barmherzigkeit ist eine innere Haltung des Gebens. Diese Haltung kann man aber nur einnehmen, wenn man arm ist, also wenn man nicht in der „Kultur des Komforts” lebt, die zur „Globalisierung der Gleichgültigkeit” führt, um die Papstpredigt auf Lampedusa zu zitieren. Barmherzigkeit ist etwas, was zwischen Menschen passiert und was den Barmherzigen verändert. Für Christen bedeutet die Begegnung mit Jesu ein Hereinbrechen der Freude des Gottesreiches, die erfüllt und großzügig und großherzig macht.

Das Besondere an der christlichen Barmherzigkeit ist, dass sie keine Angst davor hat, als das genaue Gegenteil – als gottlos, gesetzlos, inkonsequent – missverstanden zu werden. Das zeigt sich sehr deutlich vor allem in der innerkirchlichen Debatte, wo viele der Barmherzigkeit Grenzen setzen wollen, eben weil sie verändert und wandelt. Ihre Anwendung trägt das Risiko, nein die Gewissheit in sich, dass sie den Barmherzigen verändert. Man kommt anders heraus als man hinein gegangen ist.

Die Gerichtsrede von Matthäus 25 und die Seligpreisungen, das sind die beiden Texte, die Papst Franziskus immer und immer wieder als das Zentrum des christlichen Lebens angibt. Und immer fügt er an: Daran werden wir gemessen werden.

09.04.2015:

Mit einer Bulle, einer feierlichen Urkunde, wird Papst Franziskus am Samstagnachmittag ein außerordentliches Heiliges Jahr ausrufen. Das letzte außerordentliche Heilige Jahr rief Johannes Paul II. zum Millennium 2000 aus. Am Heiligenabend 1999 kurz vor Mitternacht öffnete er die Heilige Pforte.

Heilige Pforten haben alle vier Papstbasiliken; neben dem Petersdom sind das Sankt Johannes im Lateran, Santa Maria Maggiore und Sankt Paul vor den Mauern. Diese Tore sind üblicherweise zugemauert und stehen nur zu Heiligen Jahren offen. Der Pforte von Sankt Peter kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie vom Papst selbst geöffnet wird. Auf ihr ist eine Bilderreihe zu sehen, die den Weg Gottes mit den Menschen verdeutlicht – von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur Bekehrung des Saulus zum Paulus. Die Bilderreihe wird abgeschlossen mit der Öffnung der Heiligen Pforte für das Jahr der großen Vergebung. Die 36 Wappenfelder zwischen den einzelnen Bildreihen zeigen die Wappen jener Päpste, die Jubiläumsjahre eröffnet haben; einige Felder sind noch leer.

Die Heilige Pforte des Petersdoms ist erst 65 Jahre alt. Papst Pius XII. ließ zum Heiligen Jahr 1950 eine neue anfertigen, da die frühere Pforte aus dem 18. Jahrhundert baufällig war. Dank persönlicher Kontakte des damaligen Leiters der Bauhütte von Sankt Peter, des deutschen Prälaten Ludwig Kaas, wurde die neue Pforte vom Bistum Basel gestiftet. Bischof Franziskus von Streng hatte zum Goldenen Priesterjubiläum von Papst Pius XII. die Jubiläumsgabe zugesagt, nachdem die Tür bereits gegossen wurde, daher ist der Stifter – also der Bischof von Basel – nur auf der Rückseite der Tür vermerkt. Auf der Inschrift der Vorderseite wird neben Papst Pius XII. der Auftraggeber Prälat Kaas genannt. Die gut dreieinhalb Meter hohe Bronze-Pforte wurde von dem italienischen Bildhauer Vico Consorti gestaltet.

Das diesjährige Jubeljahr beginnt am 8. Dezember mit dem Öffnen der Heiligen Pforten – der symbolischen Öffnung neuer Zugänge zu Gott – und endet mit deren Schließung am 20. November 2016. Papst Franziskus wird die Bulle kirchlichen Vertretern der Kontinente überreichen. Außerdem wird Kardinal Marc Ouellet als Präfekt der Bischofskongregation stellvertretend für alle Bischöfe die Bulle im Empfang nehmen.

(rv 09.04.2015 pdy)

Anschließend feiert er einen
Gottesdienst im Petersdom. Der 11. April ist Vorabend des – vom heiligen
Johannes Paul II. auf den Weißen Sonntag gelegten – Sonntags der
Barmherzigkeit.  Johannes Paul starb vor zehn Jahren am Vorabend des
Barmherzigkeitssonntags,  welcher den zweiten Sonntag der Osterzeit
benennt.

„Barmherzigkeit kann nicht ohne Wahrheit existieren“, das betonte der
Präfekt der Kongregation  für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Ludwig
Müller, angesichts des  außerordentlichen Heiligen Jahres, das von Papst
Franziskus ausgerufen wurde und  am 8. Dezember beginnt. Die Liebe Gottes
bleibe immer in engem Zusammenhang mit  der Wahrheit verbunden. Müller
sprach auch mit Blick auf die bevorstehende  Familiensynode. Er
bemängelte, dass die Eheschließung in der Kirche für viele  Menschen nur
noch ein „folkloristisches Ritual“ sei und nicht mehr das  eigentliche
Sakrament im Mittelpunkt stehe, obwohl dieses Sakrament sehr wohl  noch
bestehe. Die Kirche nehme alle Menschen auf, aber nach den Richtlinien
Gottes und nicht nach menschlichen Regeln.”

Der Hl Vater Franziskus beim Angelus am 1. April 2015:

Franziskus  würdigt Johannes Paul II.
Papst Franziskus hat  seinen Vorgänger Johannes Paul II. als großes
Beispiel im Glauben gewürdigt.  „Sein Beispiel und sein Zeugnis sollen in
euch immer lebendig sein“, sagte  Franziskus den Pilgern und Besuchern,
die an diesem Mittwoch bei der  Generalaudienz anwesend waren. Der heilige
Papst starb vor genau zehn Jahren, am  2. April 2005, im Vatikan. „Liebe
Jugendliche, lernt das Leben mit seinem Eifer  und seinem Enthusiasmus
anzugehen; liebe Kranke, tragt mit Freude das Kreuz des  Leidens, wie er
es euch vorgezeigt hat“, sagte Franziskus. Bei der Katechese  sprach der
Papst über den liturgischen Höhepunkt des Jahres und des christlichen
Lebens, die Kar- und Ostertage. Franziskus rief die Pilger und Besucher
auf dem  Petersplatz dazu auf, das Leiden und Sterben von Jesus nicht bloß
erinnernd zu  begehen, sondern „in das Geheimnis einzutreten“.

Der Hl. Vater Franziskus sagte am Freitag dem 13. März 2015:

„Ich habe entschieden, ein außerordentliches Jubiläumsjahr auszurufen, in dem es um die Barmherzigkeit Gottes gehen wird. Es wird ein „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ sein. Wir wollen es im Licht der Worte Jesu leben:
„Seid barmherzig wie der Vater“ (Lk 6:36).“
Die Kirche wird 2016 ein „Jubiläum der Barmherzigkeit“ begehen. Das gab Papst Franziskus an diesem Freitag bei einer Predigt im Petersdom bekannt.
„Das ist die Zeit der Barmherzigkeit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesellschafts- bereiche hineintragen. Vorwärts!“, so der Papst in der Predigt. Die Ankündigung fand während einem Bußgottesdienst statt. Das Heilige Jahr wird zum 50. Jahrestages des
Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) statt. Es sei damit eine Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzuführen, so
der Vatikan in einer Pressemitteilung. Datum der Eröffnung ist der 8. Dezember 2015, das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens und gleichzeitig Jahrestag des Endes des Konzils. Enden wird das Heilige Jahr am 20. November 2016 mit dem Christkönigsfest. (rv)

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